Du-bist-wunderbar-Brief #2 – für die Mutter einer Tochter

Angenommen-Sein ist aus meiner Sicht das größte Geschenk des Lebens. Da ich es liebe Herzens-Geschenke zu machen, schreibe ich in diesem Herbst und Winter Du-bist-wunderbar-Briefe, in denen ich Menschen, so wie sie sind, ganz annehme.

Liebe Mutter deiner Tochter,

immer, wenn wir uns sehen, spüre ich deinen versteckten Kummer. Du sagst mir, dass es dir gut gehe, doch deine Lippen zittern dabei.

In deinen Augen sehe ich dein verstecktes Leid. Ich spüre, wie viel Kraft es dich kostet, mich anzusehen und dabei zu lächeln.

Du erzählst von deinen Sorgen, die du dir um deine Tochter machst. Dahinter spüre ich deine Angst zu versagen. Ich spüre deine Angst, etwas falsch zu machen und dass dein Kind unter deinem Fehler leiden muss.

Du erzählst von deiner Mutter. Wie du dich darum bemühst, dass sie gut versorgt ist und liebevoll begleitet wird. Hinter deinen Erzählungen höre ich den Kummer über die Vorwürfe, die du tagtäglich hörst. Ich sehe in deinen Augen die Angst, keine gute Tochter zu sein. In deiner Stimme höre ich deine Verzweiflung.

Du kümmerst dich um alle. Um dein Kind, deinen Partner, deine Mutter, den Haushalt, deine Arbeit und vieles mehr. Du behältst alles im Blick.

Außer dich selbst.

Dich hast du schon längst aus dem Blick verloren. Dich – die du doch der wichtigste Mensch in deinem Leben bist. Dich und deine Bedürfnisse ignorierst du weitgehend.

Ich wünsche dir die Offenheit und Bereitschaft, dich einmal mit meinen Augen anzusehen.

Ich wünsche dir, dass du diese liebevolle Mutter und Partnerin mit dem riesengroßen Herzen erkennst.

Diese starke und kraftvolle Frau, die auch butterweich sein kann. Diese Tochter, die immer ihr Bestes gibt.

Ich wünsche dir, dass du dir selbst zuallererst Liebe gibst, bevor du sie so freigiebig verschenkst.

Es ist so wundervoll zu spüren, wie viel Liebe und Fürsorge in dir steckt. Ich wünsche dir von Herzen, dass du diese Liebe und Fürsorge auch für dich nutzt.

Bist du dir eigentlich bewusst, wie deine Augen strahlen, wenn du erzählst, was du mit deiner Tochter erlebt hast?

Bist du dir eigentlich bewusst, welch weiche Note deine Stimme bekommt, wenn du von deinem Partner sprichst?

Ich wünsche dir, dass du spürst, wie sehr du geliebt wirst.

Dass du dich selbst so sehr liebst wie deine Familie.

Ich wünsche dir, dass du diese wundervolle Frau erkennst und ihr stets eine gute Freundin bist.

Ich bin dankbar dafür, dich zu kennen!

Herzlichst,

Birte

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